Bevor man Dinge bedeutungsvoll gestalten kann, muss man sie genau sehen können. Die Künstler der Renaissance fertigten unzählige Studien an – Hände, Pflanzen, Stoffe, Tiere.


Besonders Albrecht Dürer steht für diese intensive Auseinandersetzung mit der sichtbaren Welt.
Zeichnen ist hier kein bloßes Abbilden. Es ist ein analytischer Prozess.
- Wie verläuft eine Kontur?
- Wo entsteht Schatten?
- Wie verändert Licht die Oberfläche?
- Welche Struktur besitzt ein Material?
Fachbegriffe wie Schraffur (parallele Linien zur Erzeugung von Schatten), Tonwert (Helligkeitsstufe) oder Modellierung (Herausarbeiten plastischer Formen durch Hell-Dunkel) beschreiben diese Prozesse.
In euren eigenen Studien wird es darum gehen, einen persönlich bedeutsamen Gegenstand mit unterschiedlichen zeichnerischen Mitteln zu untersuchen. Ziel ist nicht dekorative Wirkung, sondern bewusste Wahrnehmung.
Zeichnen wird so zu einer Form des Denkens mit der Hand.

